Der Tetra-Decathlon gilt als einer der härtesten Hallen-Mehrkämpfe der Leichtathletik. Innerhalb von zwei Tagen müssen 14 Disziplinen absolviert werden – von Sprint-, Sprung- und Wurfdisziplinen bis hin zu kräftezehrenden Mittel- und Langstreckenläufen. Entscheidend sind dabei nicht einzelne Spitzenleistungen, sondern die Fähigkeit, die eigenen Kräfte über den gesamten Wettkampf hinweg richtig einzuteilen.
An den beiden Tagen vom 11./12. April 2026 fand die Tetra-Decathlon World Championchip M50 in Helsinki statt.
Seit seiner Jugend betreibt der NSW-Leichtathlet Lovis Zehnkampf. Doch erst seit wenigen Jahren fasziniert ihn auch der Ultra-Mehrkampf. Nach seinen ersten internationalen Erfahrungen im Jahr 2023 an den Icosathlon-Weltmeisterschaften in Belgien und dem Gewinn der Bronzemedaille in der Kategorie M45–49 im Sommer 2025 in Besançon stand mit dem Tetra-Decathlon in Helsinki bereits sein dritter Ultra-Mehrkampf an. Dieser war zugleich sein erster internationaler Hallen-Mehrkampf.
Die Vorbereitung verlief allerdings alles andere als ideal. Direkt vor der WM erlebte Lovis im Rahmen eines Studiums eine hohe zeitliche Belastung. Gleichzeitig beanspruchte ihn der ungeplante Umzug seines eigenen Fitnesscenters stark. Zeit und Energie für eine gezielte Vorbereitung blieben kaum. Trotzdem wollte er diese Herausforderung annehmen.
Vom 11. bis 14. April 2026 reiste Lovis nach Helsinki. Begleitet und unterstützt wurde er von einem seiner Söhne.
Bereits am ersten Wettkampftag gelang ihm ein solider Start: Im 60-Meter-Sprint und im Weitsprung klassierte er sich jeweils auf Rang fünf. Besonders stark verlief der abschliessende 3000-Meter-Lauf, den er auf dem zweiten Platz beendete.
Am zweiten Tag warteten neue Herausforderungen. Beim Gewichtweitwurf konnte sich Lovis dank Tipps erfahrener Athleten steigern. Gleichzeitig machten sich die Belastungen immer deutlicher bemerkbar: Die Muskulatur in Waden und Oberschenkeln wurde zunehmend zum limitierenden Faktor. Besonders ärgerlich verlief der Stabhochsprung, bei dem ihm passende Stäbe fehlten und er die drei Meter nur knapp verpasste.
Zum Abschluss mobilisierte Lovis nochmals alle Reserven. Sowohl über 1500 Meter als auch im abschliessenden 5000-Meter-Lauf zeigte er starke Leistungen, den 5000er gewann er sogar deutlich. Bis zuletzt kämpfte er mit Frédéric Lorca aus Südfrankreich um den dritten Gesamtrang. Am Ende fehlten lediglich 67 Punkte aufs Podest und nur vier Punkte auf die Marke von 7000 Punkten (Rangliste Men 50-54, PDF).
Trotz des knapp verpassten Podestplatzes überwiegt rückblickend klar die Zufriedenheit. Unter diesen Voraussetzungen einen vierten Platz an einer Weltmeisterschaft zu erreichen, bedeutet ihm sehr viel.
Die Heimreise traten die beiden Reisenden am Montag müde und glücklich an.
Der TV NSW gratuliert zu diesem sportlichen Effort und der starken Leistung!